Neue Wählergemeinschaft in Resse gegründet

Die politische Landschaft der Wedemark ist etwas vielfältiger geworden. Acht Resser Bürger haben am vergangenen Donnerstag im Schulungsraum der Feuerwehr Resse die „Wählergemeinschaft Wedemark Resse“, kurz WWR, gegründet und wollen als pateipolitisch unabhängiger Verein die kommunalpolitischen Geschicke in der Gemeinde mitgestalten. Die Gründungsversammlung, zu der sich auch ein Dutzend Interessierte im Feuerwehrhaus eingefunden hatten, wählte den amtierenden Ortsbügermeister von Resse Jörg Woldenga einstimmig zum Ersten Vorsitzenden des Vereins. Woldenga war als SPD-Kandidat bei den letzten Kommunalwahlen in den Ortsrat gewählt worden, ist aber Anfang des Jahres aus der SPD ausgetreten und nimmt sein Mandat nun ohne Parteizugehörigkeit wahr. Carsten Grotzke, Vorsitzender des Schützenvereins Resse, ist zum Stellvertretenden Vorsitzenden ernannt worden, Cord Holger Hecht – wie Grotzke auch gebürtiger Resser – zum Kassenwart. Schriftführer ist Kai Tschentscher, Pressewart der WWR ist Andreas Ringat, der in der letzten Legislaturperiode noch als CDU-Mann im Ortsrat Resse saß. Auch Ringat hat die CDU mittlerweile verlassen. Der Vorsitzende des Sportvereins Resse ist wie alle Gründungsmitglieder der WWR – von denen sich gleich mehrere frustriert von einer großen Partei abgewendet haben – von dem Wunsch getragen, sich

unabhängig von Parteiprogrammen und Parteiräson politisch zu engagieren. „Wir wollen ein Forum für alle sein, die etwas bewegen wollen, und Resse und die Wedemark nach vorne bringen!“, erklärte Ringat. Der Verein werde deshalb auch unabhängigen und parteilosen Wedemärkern die Möglichkeit geben, zur nächsten Kommunalwahl im September 2016 zu kandidieren. Dazu müssten keine parteipolitischen Vorgaben und Festlegungen beachtet werden. Themenfelder, die von der WWR zu beackern seien, gebe es reichlich, wie Woldenga erklärte. Zu den kommunalpolitischen Baustellen zählen nach Ansicht der Gruppe die weitere Dorfentwicklung in Resse, das Radwegenetz, die geplante Stromautobahn Südlink, Vereinsunterstützung, Regionalverkehr, Umweltpolitik, Schulpolitik und die Integration von Flüchtlingen. „Wie wir die einzelnen Themen dann ausgestalten und mit welchen Botschaften wir in den Wahlkampf ziehen, müssen wir uns noch erarbeiten, auch mit den neuen Mitgliedern“, sagte Woldenga. Ein Ziel hat die WWR aber bereits jetzt fest im Blick: Sie möchte den nächsten Ortsbürgermeister stellen, und zwar in Person des Noch-Ortsbürgermeisters Jörg Woldenga. Unterstützung für die frisch aus der Taufe gehobene Wählergemeinschaft gab es übrigens von der „älteren Schwester“ WGW: Der Brelinger Patrick Cordes, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Wedemark, war ebenfalls zur Gründungsversammlung nach Resse gekommen, um Mut für ein politisches Engagement ohne Fraktionszwang zu machen. „Ich finde es wichtig, dass wir uns mit Wählergemeinschaften dafür einsetzen, dass die Ziele und Wünsche der Menschen vor Ort von unten nach oben transportiert werden!“. Leider sei es häufig anders herum: Die ­Politiker von oben würden ihre ­Agenda nach unten tragen. Das sah auch WWR-Gründungsmitglied und ehemaliger FDP-Mann ­Gerald Judel so. „Die Ortsräte sind die Basis der Demokratie und müssen gestärkt werden!“ Die erste ordentliche Mitgliederversammlung der Wählergemeinschaft Wedemark Resse findet am 19. November um 20 Uhr im Heidegasthof Löns statt. Alle Interessierten nicht nur aus ­Resse sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

 

Quelle: Wedemagazin /von Imke Zwitters 30.09.2015

 

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